Nach drei Verhandlungsrunden einigten sich Gewerkschaften und das Land Hessen in der Nacht zum 27. März 2026 auf einen neuen Tarifvertrag – mit Gehaltserhöhungen in zwei Schritten, einer 25-monatigen Laufzeit und einer geplanten Übertragung auf Beamte.
Das Ergebnis auf einen Blick
- Ab 1. Juli 2026: Gehaltserhöhung um 3 %, mindestens 110 Euro monatlich
- Ab 1. Oktober 2027: weitere Erhöhung um 2,8 %
- Laufzeit: 25 Monate (1. Februar 2026 bis 29. Februar 2028)
- Auszubildende: +80 Euro ab Juli 2026, +70 Euro ab Oktober 2027
- 1:1-Übertragung des Ergebnisses auf Beamte zugesagt
Hintergrund: Warum Hessen eigenständig verhandelt
Hessen ist das einzige Bundesland, das seit dem Austritt aus der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) im Jahr 2004 eigenständig über seinen Tarifvertrag verhandelt – den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst des Landes Hessen (TV-H). Rund 58.000 Tarifbeschäftigte fallen direkt unter diesen Vertrag; indirekt sind zudem knapp 105.000 Beamtinnen und Beamte des Landes und der Kommunen betroffen, auf die das Tarifergebnis übertragen werden soll.
Die jetzige Tarifrunde startete am 27. Februar 2026 in Wiesbaden. Auf Arbeitnehmerseite verhandelten ver.di, der dbb beamtenbund und tarifunion, die Gewerkschaft der Polizei (GdP), die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie die IG BAU. Für das Land saß Innenminister Roman Poseck am Verhandlungstisch.
Die Ergebnisse im Detail
Nach der ersten Runde am 27. Februar und einer Zwischenrunde am 9./10. März 2026 kam es in der dritten und abschließenden Verhandlungsrunde am 26./27. März 2026 zu einer Einigung. Diese sieht unter anderem vor, dass das Gehalt der rund 58.000 Landesbeschäftigten in zwei Schritten ansteigt:
| Zeitpunkt | Erhöhung | Mindestbetrag |
|---|---|---|
| 1. Juli 2026 | + 3,0 % | mindestens 110 Euro monatlich |
| 1. Oktober 2027 | + 2,8 % | – |
Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags beträgt 25 Monate – vom 1. Februar 2026 bis zum 29. Februar 2028.
Auswirkungen auf Auszubildende und studentische Beschäftigte
Auch Auszubildende profitieren von der Einigung. Zu den gleichen Terminen erhalten sie eine Erhöhung ihrer Ausbildungsvergütung: 80 Euro mehr ab dem 1. Juli 2026 sowie weitere 70 Euro ab dem 1. Oktober 2027.
Der Tarifabschluss wirkt sich darüber hinaus auch auf die studentische Beschäftigten in Hessen aus. Ihr minimales Stundenentgelt steigt auf 15,20 Euro ab dem 1. Oktober 2026 und auf 15,90 Euro ab dem 1. Oktober 2027.
Was bedeutet der Tarifabschluss für Beamtinnen und Beamte?
Landesinnenminister Roman Poseck hat zugesagt, das Tarifergebnis eins zu eins auf die Beamtinnen und Beamten sowie Versorgungsempfänger des Landes zu übertragen. Damit profitieren indirekt rund 105.000 hessische Landes- und Kommunalbeamte von der Einigung – sobald der Landtag die entsprechende Besoldungsanpassung per Gesetz beschlossen hat.
Einordnung des Tarifergebnisses
Das erzielte Tarifergebnis orientiert sich eng am TV-L-Abschluss vom Februar 2026, bei dem die anderen Bundesländer 5,8 Prozent Gehaltserhöhung in drei Schritten vereinbart hatten. Der hessische Abschluss fällt mit zwei Schritten kompakter aus, setzt die erste Erhöhung aber früher an.
Die gestaffelten Erhöhungen zum 1. Juli 2026 und 1. Oktober 2027 werden die Personalkosten in allen betroffenen Behörden und Einrichtungen spürbar beeinflussen. Eine frühzeitige Berücksichtigung in Planungsrechnungen und Budgets ist empfehlenswert. In KALKöD sind dazu die Entgelttabellen des TV-H schon entsprechend aktualisiert.
