Der Marburger Bund und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) haben sich am 9. Juni 2026 auf eine Gehaltserhöhung von insgesamt 5,4 Prozent für Ärztinnen und Ärzte an landeseigenen Universitätskliniken geeinigt. Die Erhöhung erfolgt in zwei Stufen über eine Laufzeit von 28 Monaten bis zum 31. Juli 2028. Betroffen sind rund 25.000 Beschäftigte im Geltungsbereich des TV-Ärzte.
Auf einen Blick
- Gehaltsplus von 5,4 Prozent in zwei Schritten: +2,95 % rückwirkend zum 1. April 2026, +2,45 % zum 1. September 2027.
- Laufzeit: 28 Monate, gültig bis 31. Juli 2028.
- Rund 25.000 Ärztinnen und Ärzte an landeseigenen Unikliniken betroffen; Hamburg, Berlin, Mainz und Hessen sind ausgenommen.
- Ab 1. Juni 2027 verhandeln beide Seiten über eine strukturelle Weiterentwicklung des TV-Ärzte.
Inhaltsverzeichnis
Hintergrund: Worum ging es in der Tarifrunde?
Verhandelt wurde der TV-Ärzte, der für Ärztinnen und Ärzte an den landeseigenen Universitätskliniken gilt. In der dritten Verhandlungsrunde einigten sich der Marburger Bund als Ärztegewerkschaft und die TdL als Arbeitgeberseite der Länder am 9. Juni 2026 in Berlin auf ein Ergebnis. Nicht in den Geltungsbereich fallen die Universitätskliniken in Hamburg, Berlin, Mainz und Hessen – dort gelten eigenständige tarifliche Regelungen außerhalb des TV-Ärzte.
Wie verteilen sich die 5,4 Prozent auf die Laufzeit?
Im Zentrum der Verhandlungen stand die Frage, wie die Erhöhung zeitlich verteilt werden sollte. Die TdL hatte ursprünglich vorgeschlagen, die Steigerungen stark an das Ende der Laufzeit zu verlagern und die ersten Monate mit geringen oder keinen Erhöhungen zu gestalten. Der Marburger Bund konnte sich mit der Forderung nach einer Erhöhung zu Laufzeitbeginn durchsetzen:
| Erhöhungsschritt | Zeitpunkt | Höhe |
|---|---|---|
| 1. Stufe | rückwirkend zum 1. April 2026 | 2,95 % |
| 2. Stufe | 1. September 2027 | 2,45 % |
| Gesamt | über 28 Monate | 5,4 % |
Was ist die angekündigte Tarifnovellierung?
Neben der reinen Entgelterhöhung haben sich beide Seiten verpflichtet, ab dem 1. Juni 2027 Verhandlungen über eine strukturelle Weiterentwicklung des gesamten Tarifrechts für Ärztinnen und Ärzte aufzunehmen. Mögliche Mehrkosten aus dieser Tarifnovellierung sollen nach Angaben der TdL erst in die nächste reguläre Tarifrunde einfließen und nicht die laufende Vereinbarung belasten. Für den Marburger Bund war wichtig, dass die anstehende Novellierung nicht zur Verzögerung der Entgeltentwicklung ab Mitte 2027 genutzt werden kann.
Was bedeutet das für die Personalkostenplanung an Unikliniken?
Für Personalabteilungen und Controlling an Universitätskliniken bedeutet der Abschluss zwei konkrete Stichtage, zu denen sich die Personalkosten für alle TV-Ärzte-Beschäftigten verändern – mit unterjährigem Effekt durch die Rückwirkung zum 1. April 2026 und der zweiten Stufe erst im dritten Quartal des Folgejahres. Gerade bei größeren Kliniken mit mehreren hundert Ärztinnen und Ärzten in unterschiedlichen Erfahrungsstufen summieren sich solche gestaffelten Erhöhungen zu einem spürbaren Mehraufwand im laufenden Haushaltsjahr, der oft erst nachträglich in den Budgetplänen sichtbar wird.
KALKöD berechnet solche mehrstufigen Tariferhöhungen automatisch für alle betroffenen Entgeltgruppen und Stufen und zeigt die Kostenwirkung getrennt nach Stichtag – so lässt sich der Effekt der Aprilerhöhung 2026 von dem der Septembererhöhung 2027 sauber trennen und in die Jahres- und Mehrjahresplanung einordnen.
Fazit
Der Tarifabschluss für den TV-Ärzte bringt Ärztinnen und Ärzten an landeseigenen Unikliniken bis Juli 2028 ein Gehaltsplus von 5,4 Prozent in zwei Stufen. Für die Personalkostenplanung wichtig ist vor allem die zeitliche Staffelung mit einer frühen ersten Erhöhung zum April 2026 und einer zweiten erst im September 2027. Universitätskliniken sollten die angekündigten Verhandlungen zur strukturellen Weiterentwicklung des TV-Ärzte ab Juni 2027 im Blick behalten, da sie zusätzliche Auswirkungen auf die Kosten für die folgende Tarifrunde mit sich bringen können.
Häufige Fragen
Die Tarifeinigung sieht eine Gehaltserhöhung von insgesamt 5,4 Prozent in zwei Schritten vor: 2,95 Prozent rückwirkend zum 1. April 2026 und weitere 2,45 Prozent zum 1. September 2027.
Der Abschluss gilt für rund 25.000 Ärztinnen und Ärzte im Geltungsbereich des TV-Ärzte an landeseigenen Universitätskliniken. Nicht erfasst sind die Universitätskliniken in Hamburg, Berlin, Mainz und Hessen, für die eigene tarifliche Regelungen gelten.
Die Laufzeit beträgt 28 Monate und endet am 31. Juli 2028.
Ab dem 1. Juni 2027 verhandeln Marburger Bund und TdL über eine strukturelle Weiterentwicklung des gesamten TV-Ärzte. Mehrkosten daraus sollen erst in die nächste Tarifrunde einfließen, nicht in die laufende Vereinbarung.
